Ackerbaulicher Feldrundgang auf dem Vierfelderhof am 4. April 2019

Die Sonne schenkt uns gute Laune und 20 Grad, kitzelt die Blattspitzen und unsere Nasen. Gekitzelt und gefordert ist auch unser Interesse für das, was uns Maxie Grüter vom Vierfelderhof gleich erzählen wird - beim ackerbaulichen Feldrundgang. Gestartet wird im Bauerngarten, der gerade aus dem Winterschlaf erweckt und vom trockenen, frostschützenden Laub befreit wurde. Sofort wird genascht und es schmeckt nach Feldsalat. „Ich dachte das ist Fette Henne…“, wundert sich eine Besucherin. „Ja aber die Triebe von der Fetthenne kann man essen!“, lacht Maxie. Auch der Kinderbesuch probiert nach einigem Zögern und stellt fest: „Ja das schmeckt mir“. Die rötlichen Triebe der Pfingstrose sind schon ins Freie geklettert und wollen bestaunt werden. Daneben wächst der Frauenmantel, auf dem sich bei Regen die Tropfen wie kleine Perlen sammeln, sagt Maxie. Farbig geht es schon bei den Frühlingsblühern zu: Tulpen, Primeln und Traubenhyazinthen lachen uns an. Und es gibt noch etwas anderes zu entdecken, was sich grün-kraus und rot-stangig aus der Winterruhe erhebt… Rhabarber! Noch ein bisschen Geduld und dann kann er geerntet und zu süß-säuerlichem Kompott oder Kuchen verarbeitet werden.

Jetzt wird es aber wirklich ackerbäuerlich! Vorbei an den großen landwirtschaftlichen Maschinen zum Pflügen, Striegeln und Grubbern geht’s zum ersten Feld wo grüne Halme in Reihen stehen. Aber was ist das? Maxie zeigt uns einen der jungen Halme aus der Nähe und schärft unseren Blick für die zwei feinen Spitzen, die dort zu sehen sind, wo das Blatt den Halm umschließt und herauskommt. Das sind die sogenannten Blattöhrchen, die helfen zu erkennen, mit welchem Getreide wir es zu tun haben. Hier sind sie klein, dünn und reichen nicht um den Halm herum, daran kann man Roggen erkennen.

 

Roggen ist ein Wintergetreide, wurde also schon im Herbst in die Erde gebracht, um dort zu überwintern. Aus einem Korn kommen dabei mehrere Halme, das ist die sogenannte Bestockung.

 

 

 

Nun geht es weiter zum nächsten Feld. Die Erde ist staubtrocken und als die Kinder vorrennen, stiebt es schon ganz mächtig. Das liegt daran, dass der Boden bearbeitet wurde, erklärt Maxie. Dadurch wird der natürliche Aufstieg von Wasser durch die Bodenkapillaren durchbrochen und die oberen Erdschichten trocknen schnell aus, der darunter liegende Boden bleibt länger frisch. Der Weg führt uns zum zweiten Feld, wo es zunächst ziemlich ähnlich aussieht wie gerade eben. „Naja wenn wa eben Roggen hatten is ditt Weizen“, vermutet eine Besucherin sehr richtig. Auch hier wieder ein Blick auf die Öhrchen.

 

 

Diesmal haben sie feine Härchen, die Wimpern. Bewimperte Öhrchen klingt sehr liebenswert, so haben wir Weizen wohl noch nicht betrachtet.

 

 

Zuletzt sehen wir ein Feld, auf dem der „grasige Bewuchs“ schon viel weitervorangeschritten ist. Die Wintergerste, die hier wächst, musste schon früher als die anderen Wintergetreide in den Boden gebracht werden, um niedrige Temperaturen zu überstehen. Deshalb ist sie jetzt schon größer und gut zu erkennen sind auch ihre Öhchren: die sind viel länger und umschließen den Halm von beiden Seiten.

 

Getreide haben also Öhrchen und Hennen schmecken nach Salat - es gibt immer wieder Spannendes zu lernen! Wenn du auch Lust hast, beim nächsten Feldrundgang dabei zu sein, freuen wir uns am 2. Mai auf Dich!